Brauchwasserwärmepumpe: Kosten, Funktion und wann sie sich lohnt
Eine Brauchwasserwärmepumpe ist ein eigenständiges Gerät mit Speicher, das nur Ihr Trinkwasser erwärmt und die Energie dafür aus der Raumluft holt. Mit Einbau kostet sie als Marktrichtwert meist etwa 2.900 bis 4.800 €. Am meisten lohnt sie sich, wenn sie einen Elektroboiler ersetzt.
Was ist eine Brauchwasserwärmepumpe?
Eine Brauchwasserwärmepumpe, oft auch Warmwasser-Wärmepumpe genannt, ist eine kleine Wärmepumpe mit eingebautem Warmwasserspeicher, meist 200 bis 300 Liter. Sie saugt die Luft des Raums an, in dem sie steht, entzieht ihr Wärme und erwärmt damit das Trinkwasser für Dusche, Bad und Küche. Strom braucht sie nur für Verdichter und Ventilator, der größte Teil der Wärme kommt kostenlos aus der Umgebungsluft.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Heizungswärmepumpe: Eine Brauchwasserwärmepumpe heizt keine Räume. Ihre Wärmeleistung liegt meist nur bei etwa 1 bis 2 Kilowatt. Wie eine Wärmepumpe für das ganze Haus funktioniert, erklären wir im Ratgeber Wie funktioniert eine Wärmepumpe?.
Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe?
Die Preise hängen vor allem von Speichergröße, Ausstattung und davon ab, wie aufwendig der Einbau bei Ihnen wird. Die folgenden Werte sind Marktrichtwerte aus aktuellen Auswertungen, keine Festpreise unseres Betriebs:
| Posten | Richtwert |
|---|---|
| Gerät (je nach Modell und Speichergröße) | ca. 1.500 bis 5.000 € |
| Montage und Anschluss | ca. 500 bis 1.200 € |
| Alten Speicher ausbauen und entsorgen | ca. 150 bis 400 € |
| Luftkanäle, falls Außenluft angesaugt wird | ca. 250 bis 700 € |
| Gesamt mit Einbau, typischer Fall | ca. 2.900 bis 4.800 € |
Zum Vergleich: Eine Wärmepumpe für die Heizung eines Einfamilienhauses kostet komplett installiert etwa 27.000 bis 40.000 € vor Förderung, Details im Ratgeber Wärmepumpe: Kosten & Förderung 2026.
Wie viel Strom braucht sie im Betrieb?
Für einen Vierpersonenhaushalt liegen die Angaben je nach Warmwassermenge, Wassertemperatur und Effizienz des Geräts bei etwa 700 bis 1.200 kWh im Jahr. Bei einem Strompreis um 37 Cent pro kWh sind das grob 260 bis 440 € jährlich. Ein elektrischer Warmwasserspeicher braucht für dieselbe Wärmemenge rund 2.700 kWh und mehr. Die Effizienz (COP) aktueller Geräte liegt laut Herstellerangaben je nach Lufttemperatur etwa zwischen 3 und 4: Aus einer Kilowattstunde Strom werden also drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Je wärmer die angesaugte Luft, desto effizienter arbeitet das Gerät.
Brauchwasserwärmepumpe im Vergleich
Warmwasser lässt sich auf mehreren Wegen erzeugen. Die Zahlen für Durchlauferhitzer und Solarthermie stammen aus unseren Ratgebern Durchlauferhitzer: Kosten und Solarthermie: Kosten:
| Lösung | Kosten (Richtwert) | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Brauchwasserwärmepumpe | ca. 2.900 bis 4.800 € mit Einbau | braucht wenig Strom, unabhängig von der Heizung | braucht passenden, frostfreien Raum |
| Durchlauferhitzer | ca. 139 bis 1.200 € inkl. Installation | günstig, platzsparend, für einzelne Zapfstellen | Strom wird direkt zu Wärme, Komfortgeräte brauchen Starkstrom |
| Solarthermie nur für Warmwasser | ca. 3.000 bis 10.000 € | deckt im Jahresmittel 50 bis 70 % des Warmwassers | braucht Dach und eine zweite Wärmequelle für den Winter |
| Warmwasser über die Heizung | kein Zusatzgerät, Speicher an der Heizung | bewährt, eine Anlage für alles | Heizung läuft auch im Sommer für das Warmwasser |
Wo eine Brauchwasserwärmepumpe stehen sollte
Der Aufstellort entscheidet über Effizienz und Komfort. Typische Anforderungen aus Herstellerunterlagen:
- Genug Raumluft: viele Hersteller verlangen mindestens rund 20 m³ Raumvolumen, sonst kühlt der Raum zu stark ab.
- Frostfrei und unbeheizt: ideal ist ein Keller-, Heizungs- oder Hauswirtschaftsraum mit möglichst gleichmäßig 10 °C oder mehr. In beheizten Wohnräumen entzieht das Gerät der Raumheizung Wärme, das ist nicht sinnvoll.
- Abwärme nutzen: Räume mit Waschmaschine, Trockner, Gefriertruhe oder einem Heizkessel sind besonders geeignet, weil die Abwärme dort ohnehin anfällt.
- Kondensatablauf und Strom: das Gerät bildet Kondenswasser, das über einen Ablauf abgeführt werden muss. Dazu kommen Kalt- und Warmwasseranschluss und eine Steckdose.
- Raumhöhe: mit Speicher sind die Geräte oft knapp 2 Meter hoch.
Ein angenehmer Nebeneffekt: Weil die Brauchwasserwärmepumpe der Luft Wärme entzieht, kühlt sie den Raum um einige Grad und entfeuchtet ihn. In einem feuchten Keller hilft das gegen Schimmel und muffige Luft, Wäsche trocknet schneller. Ist kein geeigneter Raum vorhanden, können manche Geräte die Luft auch über Kanäle von außen ansaugen, das kostet allerdings mehr und senkt im Winter die Effizienz.
Brauchwasserwärmepumpe und Photovoltaik
Haben Sie eine Photovoltaikanlage, passt eine Brauchwasserwärmepumpe besonders gut dazu. Sie kann tagsüber mit eigenem Solarstrom laufen und den Speicher dann etwas höher aufheizen, statt den Strom für wenige Cent ins Netz einzuspeisen. Viele Geräte haben dafür eine „SG Ready“-Schnittstelle, über die der Wechselrichter oder ein Energiemanager das Gerät bei Überschuss gezielt einschaltet. So sinken die Stromkosten für Ihr Warmwasser spürbar. Ob sich eine eigene Anlage für Sie lohnt, lesen Sie im Ratgeber Photovoltaik: Was eine Anlage 2026 kostet.
Gibt es Förderung für eine Brauchwasserwärmepumpe?
Als alleinige Maßnahme in der Regel nicht. Die staatliche Heizungsförderung über die KfW (Programm 458) fördert Wärmepumpen als Heizung. Eine Brauchwasserwärmepumpe, die nur Warmwasser bereitet, zählt nicht dazu.
Anders sieht es aus, wenn Sie gleichzeitig eine neue, förderfähige Heizung einbauen lassen, etwa eine Heizungswärmepumpe oder eine Biomasseheizung. Dann kann die Brauchwasserwärmepumpe als sogenannte Umfeldmaßnahme in die förderfähigen Kosten der Heizung einbezogen werden und bekommt denselben Fördersatz. Nach Angaben aus den technischen Fragen und Antworten der KfW gilt das allerdings nicht, wenn das Gerät seine Luft aus beheizten Räumen bezieht. Weil die Regeln sich regelmäßig ändern, klären wir das vor dem Auftrag für Ihren konkreten Fall. Wie die Heizungsförderung insgesamt funktioniert, steht im Ratgeber KfW-Heizungsförderung 2026. Der Antrag muss in jedem Fall vor Vertragsabschluss gestellt werden.
Für wen sich eine Brauchwasserwärmepumpe lohnt
- Sie erzeugen Warmwasser heute mit Strom, etwa mit einem Elektroboiler: Hier ist die Ersparnis am größten, weil die Brauchwasserwärmepumpe nur einen Bruchteil des Stroms braucht. Marktauswertungen rechnen dafür mit einer Amortisation von wenigen Jahren.
- Sie möchten die Heizung im Sommer ausschalten, damit ein älterer Öl- oder Gaskessel nicht monatelang nur für das Warmwasser anspringt.
- Sie haben eine Photovoltaikanlage und möchten mehr eigenen Strom selbst nutzen.
- Sie haben einen feuchten Keller, der von der Entfeuchtung profitiert.
Weniger lohnend ist sie, wenn Ihre Gas- oder Ölheizung das Warmwasser bereits effizient bereitet und Sie die Heizung ohnehin in den nächsten Jahren tauschen wollen. Dann ist es oft sinnvoller, das Warmwasser direkt in die neue Heizung einzuplanen. Was dabei möglich ist, sehen Sie auf unserer Seite Heizung.
Passt eine Brauchwasserwärmepumpe zu Ihrem Haus?
Wir schauen uns Aufstellort, Warmwasserbedarf und Ihre Heizung an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich das Gerät für Sie rechnet.
Fragen zur Brauchwasserwärmepumpe
Ist eine separate Brauchwasserwärmepumpe sinnvoll?
Vor allem dann, wenn Ihr Warmwasser heute elektrisch erzeugt wird, etwa mit einem Elektroboiler, oder wenn Sie die Heizung im Sommer komplett abschalten möchten. Für die gleiche Wärmemenge braucht sie nur etwa ein Drittel bis ein Viertel des Stroms eines Elektrospeichers. Neben einer gut laufenden Gas- oder Ölheizung rechnet sie sich dagegen nur langsam.
Kann man mit einer Brauchwasserwärmepumpe heizen?
Nein. Eine Brauchwasserwärmepumpe erwärmt ausschließlich Trinkwasser für Dusche, Bad und Küche. Ihre Wärmeleistung liegt meist nur bei etwa 1 bis 2 Kilowatt, für die Raumheizung brauchen Sie weiterhin eine Heizung.
Wie funktioniert die Warmwasserbereitung bei einer Wärmepumpe?
Bei einer Heizungswärmepumpe übernimmt meist dieselbe Anlage auch das Warmwasser und lädt einen separaten Speicher. Eine Brauchwasserwärmepumpe ist dagegen ein eigenständiges Gerät mit eingebautem Speicher, das der Raumluft Wärme entzieht und damit nur das Trinkwasser erwärmt.
Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe mit Einbau?
Als Marktrichtwert meist etwa 2.900 bis 4.800 Euro inklusive Einbau. Das Gerät allein kostet je nach Speichergröße und Modell etwa 1.500 bis 5.000 Euro, der Aufwand für den Einbau hängt vor allem von Abluftführung, Kondensatablauf und Elektroanschluss ab.
Gibt es Förderung für eine Brauchwasserwärmepumpe?
Als alleinige Maßnahme in der Regel nicht. Wird sie zusammen mit einer neuen, förderfähigen Heizung eingebaut, kann sie als Umfeldmaßnahme in die KfW-Heizungsförderung einbezogen werden. Ob das im Einzelfall gilt, sollte vor dem Auftrag geprüft werden.
Quellen: ADAC, „Brauchwasserwärmepumpe: Funktion, Kosten und Förderung“ (Gerätepreise, Stromverbrauch, Aufstellort, Förderung als Umfeldmaßnahme). reduco.ai, „Brauchwasserwärmepumpe 2026“, Stand September 2026 (Gesamtkosten mit Einbau, Einbauposten, Stromverbrauch bei 37 ct/kWh, COP nach Herstellerdatenblättern, Aufstellraum, Hinweis auf die technischen FAQ der KfW). KfW, Programm 458. Alle Preise sind Marktrichtwerte, keine Festpreise. Ersetzt keine individuelle Prüfung vor Ort.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.